Buschfunk

Endlich da und endlich!

Das Internet ist sehr schwach hier. Fotos hochladen dauert eine Ewigkeit, daher nur eine kleine Auswahl aber ich denke das ist okay.
Manaus macht Spaß. Die Leute sind nett, die Stadt hat sich herausgeputzt. Aus Mülltüten in mühevoller Kleinarbeit gearbeitete Girlanden zieren die Straßen. Public Viewing gibt's auf dem Platz neben dem Teatro Amazonas. Dass in dem nicht ganz perfekt schallisolierten Opernhaus ein Konzert stattfindet, während draußen Trommler für WM-Stimmung sorgen, juckt niemanden. Schließlich ist WM. Die freie Zeit zwischen, vor und nach den Spielen wird genutzt, um die WM-Finals der Brasilianer und die aktuellen Spiele zu wiederholen. WM, WM, WM 24 Stunden lang. Ab und zu nur macht jemand darauf aufmerksam, dass im Herbst Wahlen anstehen und es ungeheuer wichtig ist, seine Stimme abzugeben.
Mit Theo und Danielle habe ich zwei Einheimische gefunden, die mit mir englisch sprechen, mir die Stadt zeigen und beim Public Viewing ein paar Spiele gucken. Den Manauara, wie die Einwohner der Stadt genannt werden, geht es besser als den Menschen in anderen Städten, und so können die Leute hier die WM eher genießen. Außerdem sieht man es pragmatisch nach dem Motto: "Die Zeche ist bezahlt, dann können wir die Party auch feiern." Keine Demonstrationen, keine Gewalt, keine Auseinandersetzungen. Sobald rauskommt, dass ich aus Deutschland bin, kramen die Leute ihre Sprachkenntnisse raus. "Guten Tag", "Beckenbauer", "Super", "Beckenbauer"... Die Sprache des Fußballs verbindet tatsächlich Menschen, die keine Ahnung haben wie sie sich unterhalten sollen. Das gefällt mir. Ich antworte dann mit "Tudo bem" und "Garrincha". Der ist zwar schon über 30 Jahre tot, war aber zweimal Weltmeister. Den vergisst hier niemand, und ich ernte den nach oben gestreckten Daumen.
Dass ich ins Stadion zum Spiel Kroatien gegen Kamerun kam, war nicht geplant. Der Flug nach Tabatinga wurde kurzfristig verschoben, und so habe ich auf dem Schwarzmarkt ein günstiges Ticket ergattert. 30 Euro finde ich fair, zumal der reguläre Preis nicht günstiger ist.
Der Grund: Das Stadion ist nicht ganz voll - mein Glück!
Die Stimmung in der Arena Amazonia ist herrlich. Alle tragen voller Stolz ihre gelben brasilianischen Trikots und freuen sich über alle der 4 kroatischen Treffer. Dass damit die Erwartungshaltung an die eigene Mannschaft Kamerun auch mindestens mit 4 Toren Unterschied zu schlagen enorm ist, versteht sich von selbst. Es ist jetzt 12.30 Uhr Ortszeit. Ich muss los, um nach Tabatinga zu kommen. Bis bald. Até breve